1958 Eric Oliver auf der IoM
Die sportlichen Erfolge blieben ebenfalls nicht aus. Eric Oliver setzte seine weltmeisterlichen Fahrkünste für Watsonian und dem neuen Modell Monaco ein. Im Drift durch Gooseneck auf der Isle of Man war ein Publicityshot der für Aufregung und Interesse an Watsonian sorgte.
Der Beginn der 50er Jahre ließ noch nicht die gewaltigen Umwälzungen auf dem Gebiet des Motorrades erkennen, die sich bis zum Ende des Jahrzehnts ereigneten. Der aufkommende Wohlstand breiterer Bevölkerungsschichten erlaubte es nun auch in England dem "kleinen Mann", sich einen fahrbaren Untersatz in Form eines Motorrades zu kaufen. Und was lag näher, dieses mit einem Beiwagen für die praktischen Dinge des Alltags, wie zu Einkaufs- oder Urlaubsfahrten auszurüsten.
Watsonian profitierte davon stark. Die traditionelle Weise des Beiwagenbaus, Holzaufbauten mit Überzügen aus Kunstleder oder Aluminium, war der Standard dieser Jahre. Im zweiten Weltkrieg entwickelte Kunststoffe setzten sich aber langsam durch und auch Watsonian folgte diesem Trend. 1955 erschien das Modell Monaco mit einem Mix aus beiden Werkstoffen. Anscheinend war das ein Verkaufserfolg, denn im folgenden Jahr wurde stolz der erste, voll aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) gefertigte Beiwagen namens "Bambini" in der Earls Court-Ausstellung in London präsentiert.
Watsonian war mittlerweile erfolgreicher als alle anderen englischen Hersteller von Seitenwagen. 1956 übernahm man mit Swallow Sidecars einen Traditionsbetrieb, aus dem viele Jahre vorher unter Sir William Lyons Jaguar entstanden war. Ron Watson war ein Manager, der es verstand sportliche Erfolge für den täglichen Verkauf auszuwerten. Watsonian hatte mittlerweile natürlich die passenden Wettbewerbs-Beiwagen im Programm, sei es für die Rennstrecke (siehe Sonderseite Watsonian und Strassenrennen) oder das Gelände (Sonderseite Watsonian im Geländesport).
Der Rollerboom der 1950er war ein weiterer Grund, nun ebenfalls Rollerbeiwagen in großer Zahl zu fertigen. GFK-Seitenwagen waren viel schneller und preiswerter zu fertigen, als die konventionellen "Coachbuilt" Gegenstücke. In rascher Folge hatte Watsonian den Bambini weiterentwickelt, Ableger für den kommenziellen Bereich entwickelt und für den kleinen Handwerksbetrieb damit einen billigen Transporter geschaffen.
| Rollerbeiwagen von Watsonian und Swallow |
Ein weiterer Geschäftszweig Watsonians seit langem war die Herstellung von Verkaufs-Nebenlinien zur Auslastung des Betriebes. Vor dem zweiten Weltkrieg brachte man Fahrradbeiwagen (siehe Sonderseite Watsonian Fahrradbeiwagen ) und Fahrrad-Kindersitze heraus. Ein Kinderroller namens "Glider" datiert sogar zurück bis 1914. Während des 2. Weltkrieges baute man im Werk Krankentransportgestelle auf Rädern, Offiziersfeldbetten und Wasserbomben-Transportkarren.
Watsonian-Sideline Produkte
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Ein ganz besonders schönes Stück für Kinder ist der mit einem 90cc BSA-Zweitakter motorisierte Jaguar D-Type- Nachbau names Cheetah. Ein eigener Fanclub wurde für dessen Vermarktung gegründet und manches Bürschlein aus wohlhabendem Hause wird wohl seine Eltern genervt haben mit dem Wunsche des Besitzes eines solchen. Natürlich nur, wenn es so etwas im wohlerzogenen England der frühen 1960er gab. Die späteren Jahre dieses Jahrzehnts waren ja bekanntlich völlig anders. Das Farbbild zeigt übrigens den Cheetah des Autors.
Gegen Ende des Jahrzehnts wird es bedeutend ruhiger bei Watsonian. Im Straßenbild hatte der Kleinwagen mittlerweile das Motorrad-Gespann ersetzt. Austin Mini ist jetzt bei den Familien angesagt, nicht viel größer als ein Gespann, aber eben mit Dach.
In den folgenden 1960ern wird noch einmal eine neue GFK Modell-Generation lanciert. Die nun völlig aus GFK gebauten Modelle Monza, GP, Monaco und Palma sehen das Licht der Öffentlichkeit. Bereits 1958 hatte man den ersten Typ des Kunststoff Oxford vorgestellt, der nun ebenfalls gegen eine neuere Plastik-Version ausgetauscht wird.
1961 tritt Ron Watson von der aktiven Geschäftsführung zurück und überlässt seinem zweiten Mann Cliff Bennet das Ruder. Dieser wird erfolgreich die weniger werdenden Geschäfte Watsonians bis zum Management Buy-Out 1984 führen. Mit dem geht die alte Firma Watsonian in eine neue Runde. Diesesmal in einem ländlichen Gewerbegebiet, das seine Tage als US Kriegshospital startete, nach dem Krieg bis 1969 "Displaced Persons" aus Polen Unterkunft und Wohnung bot, um danach in eine Art Märchenschlaf zu verfallen.











