Die Geschichte von Watsonian Sidecars
April 1912 – April 1952
Der Gründer dieser Firma und das ohne Zweifel im gegenwärtigen Jahr 1952, des größten und erfolgreichsten Beiwagen Herstellers der Welt, war ein Mann aus Birmingham, Thomas Frederick Watson.
Im Jahr 1912 war er ein Aufträge suchender, 27 Jahre alter kleiner Bau-Unternehmer mit einem eigenen Betrieb in der Birminghamer Conybere Street. Einige Türen weiter betrieben die Crane Brothers eine Fahrrad-Manufaktur, die zum damaligen Zeitpunkt mit der Produktion der heute weltbekannten Hercules Markenräder begonnen hatte.
Fred Watson war ein begeisterter Motorradfahrer mit unternehmensfreudigem Wesen, der beschloss, als sein erster Sohn Ron, der heutige Firmenleiter geboren wurde, einen Seitenwagen an seine NSU zu bauen.
Die Finanzlage war nicht so gut und es war auch nicht genug Platz, das Gespann durch die enge Passage zwischen den Häusern zu fahren um es hinter dem Haus abzustellen. Also hatte er die Idee, einen klappbaren Beiwagen zu entwickeln, um damit die Kosten für eine Abstellmöglichkeit zu sparen.
In späteren Jahren erwähnte er die endlosen Versuche mit bodenlosen Schuhkartons, die zu einer Beiwagen- Konstruktion aus Holz und Metall führten, welche an allen vier Ecken mit Scharnieren und nicht verbundenen Sitz- und Bodenteilen ausgerüstet war, die einfach abgenommen werden konnten. Damit war der erste Watsonian-Beiwagen geboren.
Freds Vater war ein wohlbekannter Birminghamer Industrieller, der großes Interesse an der Konstruktion seines Sohnes zeigte und mit ihm ein Patent für diese Entwicklung beantragte. Eine gemeinsame Firma wurde gegründet, die „Patent Collapsible Sidecar Co. Ltd“, die noch im selben Jahr im Markt platziert wurde. Ein 3,5 PS „James“ Motorrad wurde erworben und Fred beteiligte sich erfolgreich an zahlreichen Wettbewerbsfahrten, die ihm eine gewisse Publizität eintrugen.
Aber die Käufer waren langsam in der Anerkennung des Wertes dieser Erfindung, vielleicht war es auch der Name. Der Begriff „Zusammenklappen“ war vielleicht etwas unglücklich gewählt, so war am Ende des ersten Jahres das Kapital aufgebraucht und das Bankkonto ungesund überzogen. Es sah so aus als ob man zum Baugeschäft zurückkehren müsste.
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Im Verständnis einiger einflussreicher Persönlichkeiten der Motorrad-Industrie ist es Fakt, das Watsonian und die Watsons alleine für das Überleben des Motorrad Seitenwagens verantwortlich sind. Praktisch jeder Motorrad Händler im Lande (GB) bekennt seit 25 Jahren , das der Seitenwagen tot gewesen sei. Nur durch den Einsatz Fred Watson's mit jeder nur erdenklichen Verkaufsförderung, Verpackungs- und frachtfreiem Versand landesweit, Austausch von Anschlüssen wurden die Händler bewegt, wenigstens einen kleinen Bestand zu halten.
Gleichzeitig wurde auch ein leichtgewichtiger offener „Wicker“ (Korbgeflecht) Beiwagen mit gutem Erfolg vertrieben, also wurde dieses Produkt forciert und die Geschäfte der jungen Firma verbesserten sich wieder. Der Firmenname wurde in „The Watsonian Folding Sidecar Co. Ltd. geändert, aber selbst das verbesserte die Marktchancen des Klappseitenwagens nicht. 1914 erfreute sich die Firma eines wohlverdienten Erfolges, man verkaufte eine Reihe von 6 Modellen, die eine Preisbandbreite zwischen £6.7.6D bis £10.0.0D abdeckten.
Als der Krieg 1914 ausbrach, schloss Fred Watson seine Firma und nahm einen Posten bei Austin Motors in der Kriegsproduktion an, den er bis zur Beendigung der Feindseligkeiten innehatte. Nach Kriegsende war ein großer Bedarf an Beiwagen und das Geschäft florierte. Fred war immer noch mit der Konstruktion eines „Coach Build“ Seitenwagens beschäftigt und hatte den „Monarch“ Beiwagen entwickelt, der ihn mit seiner Firma weit vor die Konkurrenz bringen sollte und der heute (1952) in modifizierter Form immer noch erfolgreich ist. Das ist ohne Zweifel der Grundstein für den gegenwärtigen Stand der Firma Watsonian.
1922 hatte sich das Watsonian Geschäft so stark erweitert, dass größere Räumlichkeiten nötig wurden und eine Fabrik in der Branston Street, Hockley, Birmingham wurde erworben. Ab jetzt hatte sich Watsonian eine einmalige Reputation erworben die bis zum heutigen Tage besteht. Fred Watson war immer für Beiwagen-Konstruktionen, die durch schmale Passagen gefahren werden konnten und mit den Erfahrungen aus der Vergangenheit ließ er 1926 das jetzt berühmte „Kwikfit“ Chassis (1926 – 1959) patentieren, das nunmehr in Tausenden Exemplaren verkauft wurde und den dringenden Bedarf bei beengten Platz Verhältnissen der Käufer abdeckt.
Das Geschäft expandierte weiter und 1931 zog man in die heutige Fabrik in der Albion Road, Greet, Birmingham 11 um. Das Gebäude wurde unter der immer sachkundigen Anleitung Fred Watsons speziell für die Bedürfnisse der Firma zur Beiwagen-Produktion und der exklusiven Fertigung von Teilen errichtet.
Als der Zweite Weltkrieg 1939 ausbrach, kam praktisch alle zivile Fertigung und Verkäufe zum Erliegen. Erneut wurde Kriegsproduktion aufgenommen und während der Jahre 1939 – 1945 war die Fabrik mit einer Reihe von Artikeln beschäftigt, wie etwa Wasserminenteilen und Waffenhalterungen. 1946 wurde die Seitenwagen Produktion wieder aufgenommen und konnte monatlich soweit gesteigert werden, bis im Jahre 1952 jeder zweite Beiwagen von Watsonian geliefert wird. Thomas Frederick Watson starb im November 1944 im frühen Alter von 59 Jahren. Das Geschäft, immer schon ein Familienbetrieb, wird heute von seinem ältesten Sohn R.G.J. (Ron) Watson betrieben, der damit die Familientradition seines Vaters fortführt.
von Albert Milner, (†1954, Fred Watson’s Schwager)
Übersetzung Peter Lohré
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Die Entwicklung des Watsonian Firmenlogos über die Jahrzehnte
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